Zustandsbasierte Instandhaltung "Statelogger"

Ausgangssituation/Problemstellung

Ein etabliertes Maschinenbauunternehmen hat – abhängig vom Neumaschinengeschäft – mehrere 100 bis 1000 Maschinen bei Kunden weltweit stehen. Ein Teil dieser Maschinen befindet sich in der Gewährleistungsphase, für weitere existieren Wartungs- und Dienstleistungsverträge mit dem Kunden.

Die Gestaltung eines optimalen Service für diese Maschinen stellt eine Herausforderung dar hinsichtlich:

  • der Überwachung des Anlagenzustands
  • der optimalen Belieferung und dem Austausch von Verschleiß- und Ersatzteilen
  • einer proaktiven Wartung und Instandhaltung der Maschinen zur Minimierung von Ausfällen und ungeplanten Stillständen

Die Unternehmen bauen in unterschiedlichem Ausprägungsgrad und häufig nur auf Kundenwunsch Teleservice-Funktionalitäten in die von ihnen vertriebenen Maschinen und Anlagen ein, um Kunden einen zeitnahen Service bieten zu können. Der Einsatz dieser Teleservice-Funktionalitäten ist häufig jedoch sporadisch, auf Teilfunktionen bezogen und von qualifizierten Mitarbeitern im Service abhängig.
Die komplexen Rahmenbedingungen des Betriebs vor Ort, unsachgemäße Eingriffe des Kunden und seiner Mitarbeiter und eine Vielzahl von zu überwachenden Parametern können nur unzureichend gesteuert und überwacht werden, so dass die einzige Lösung meist die Vor-Ort-Inspektion durch einen qualifizierten und erfahrenen Service-Techniker ist.

Folgende Herausforderungen treten in dem Zusammenhang auf:

  • Die Auswertung von erfassten Fehler- oder Betriebsdaten der Maschinen erfolgt häufig nur reaktiv und im Fall eines Problems/Störung/Kundenreklamation
  • Eine Auswertung ist aufwendig und wird Störungsbezogen durchgeführt.
  • Eine Sammlung von übergreifendem Erfahrungswissen findet nur rudimentär und unter Nutzung unterschiedlichster Hilfsmittel statt, dies wird idR. als aufwändig und von den Mitarbeitern als lästig empfunden
  • Ersatzteile werden zu früh getauscht, oder zu spät. Dies führt zu erhöhten Ersatzteil-Kosten und andererseits zu nicht geplanten Anlagenstillständen beim Kunden.
  • Nicht optimal geplante Service-Einsätze bspw. während Gewährleistungsphase führen zu hohen Reise- und sonstigen Kosten beim Unternehmen
  • Die Kundenzufriedenheit und damit der Verkauf von neuen Maschinen sind gefährdet (ein gängiger Spruch der Branche ist: „die erste Maschine verkauft der Vertrieb, jede weitere der Service!“)

Ziel des Projekts:

Ziel der gemeinsamen Entwicklungsarbeit ist ein Produkt, das es dem Maschinenbau-Unternehmen ermöglicht, mit optimiertem Ressourceneinsatz seinen Kunden eine kostengünstige zustandsbasierte Anlagenüberwachung anzubieten und sicherzustellen.

  • Entwickeln eines Standard-Produkts zum Einsatz bei rotierenden Maschinen und Maschinen der Fließfertigung.
  • Anpassung und Optimierung der Software
  • Kosten für Einführung, Aufbau und Konzeption sollen durch Standardisierung der Methode und der Prozesse minimiert werden.
  • Hardware-Kosten sind in Relation zum Maschinenpreis vernachlässigbar

Basierend auf einem Prototypen des IFF Fraunhofer Instituts Magdeburg soll ein integriertes Tele-Service-System aufgebaut werden, das folgende Komponenten beinhaltet.

  1. Aufsetzen der maschinenspezifischen Sensorik zur Aufnahme der verschleißrelevanten Parameter, Nutzung vorhandener Sensorik, ggf. Erweiterung und Ausbau (am Beispiel Rotopacker der Firma Haver & Boecker)
  2. Einsatz und Weiterentwicklung des Prototypen eines lernbasierten Systems („State Logger“) zur Verarbeitung und Bewertung dieser Parameter.
  3. „Einlernen“ dieses Systems in der Schnittstelle Mensch-Maschine (Nutzung und Speicherung des Erfahrungswissens der Service-Techniker des Kunden)
  4. Aufbau und Konzeption der erforderlichen Telematik-Systeme (Kompetenz IFF)
  5. Schaffung des erforderlichen organisatorischen, prozessualen und rechtlichen Rahmens für eine optimierte kontinuierliche zustandsbasierte Anlagenüberwachung.

Wenn Sie mehr über dieses Projekt erfahren möchten, dann sprechen Sie uns an!!!

 


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